Das Jiddistik-Kolloquium findet donnerstags, 17:00–19:00 Uhr, im Raum 24.54.01.84 statt.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

8. Juni 2017
Dr. Lea Schäfer (Philipps-Universität Marburg)
Edition eines westjiddischen Theaterstückes aus Hessen: Ergebnisse und Probleme

In den letzten Jahren ist unser Wissen zum Westjiddischen im 18. und 19. Jahrhundert stark gewachsen. Doch ist vor allem das Westjiddische des Südens und Nordens umfassend beschrieben worden. Insbesondere zum (west-)mitteldeutschen Raum fehlt es bislang an zugänglichen Quellen und Analysen. Ein Gesamtbild des (west-)jiddischen Sprachraums ist damit nicht möglich.
Mit einem Buchprojekt soll diese Lücke zumindest für das Jiddische Oberhessen geschlossen werden. Im Zentrum der Arbeit steht die Edition des handschriftlich in hebräischen Lettern verfassten Theaterstück "Die Hochzeit zu Grobsdorf" von 1822 aus dem Büdinger Raum. Dieses Stück ist in seinem sprachlichen Quellenwert mit keiner anderen Quelle des Westjiddischen im 19. jahhundert vergleichbar.
Der Vortrag setzt seinen Fokus auf sprachliche Besonderheiten des Textes, wird aber auch überlieferungsgeschichtliche Aspekte und editionsphilologische Probleme beleuchten und möchte zu einer Diskussion des literarischen Quellwertes anregen.

9. Februar 2017
Dr. Karen Rosenberg
Constructing a Jewish Gershuni

In 1906, after escaping from a prison camp in tsarist Russia, Grigorii Gershuni (1870-1908) began a fundraising tour in the US on behalf of the Russian Socialist-Revolutionary Party (PS-R). Yiddish texts published during Gershuni's visit and afterwards, including memoirs by Haim Zhitlowsky, Isidore Kopeloff, and M. M. Rosenbaum, lead one to conclude that Gershuni and his supporters agreed on a strategy to raise money from Jewish immigrants in the US. This strategy highlighted Gershuni's Jewish background as the motivation for his revolutionary activity and neglected, or at least downplayed, other influences on him.
A scholar working with texts by revolutionaries and their sympathizers needs to take into account their conflicting needs for publicity and for secrecy.

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