Jiddisches Europa – Thinking Europe in Yiddish

Internationale Tagung, Haus der Universität, Düsseldorf, 4.–6. Juni 2018

Im Unterschied zu den meisten Nationalkulturen Europas entstand die moderne jiddische Kultur in geografisch auseinanderliegenden Landschaften und ohne den Rückhalt eines Nationalstaates. Sie bewahrte bei aller Unterschiedlichkeit ihren Zusammenhalt quer durch die verschiedenen Mehrheitskulturen und jenseits aller nationalstaatlichen Grenzen.

International anerkannte Wissenschaftler loten verschiedene Entwürfe Europas jiddischsprachiger Intellektuelle und Künstler zwischen 1890 und 1939 aus. Der geographisch fragmentierte Kulturraum und die Vorstellungen hinter dem Begriff ›Jiddischland‹, die sprachliche und weltanschauliche Verbundenheit dieser transnationalen Gemeinschaft, werden umrissen.  Wie haben sich die jiddischen Visionen von ›Kultur‹ und ›Nation‹ zu anderen Programmen und Utopien im Europa dieser Zeit verhalten?

Die jüdische Renaissance in Europa entstand in engem Kontakt mit den herrschenden Kulturen, vor allem der russischen, deutschen und austro-ungarischen. Die polyglotten jüdischen Europäer verstanden jiddische Kultur transkulturell: jenseits eines Konflikts von Eigen- und Fremdkultur. Sie engagierten sich für den völkerübergreifenden Entwurf einer ›Kulturnation ohne Staat‹ und beteiligten sich zugleich an den sozialen, politischen und kulturellen Bewegungen Europas. Dieser Beitrag der jiddischen Gemeinschaft wurde von den zunehmend nationalistisch und antisemitisch geprägten Mehrheitskulturen überwiegend nicht anerkannt und nicht gewollt.

Die Tagung lenkt die Aufmerksamkeit auf die kulturellen Ausdrucksformen des ›jiddischen Europa‹. Sie will dazu anregen, die jiddischen Konzepte als integralen Teil der europäischen Ideengeschichte zu betrachten und damit das vom überlieferten Geschichtskanon geprägte Bild Europas um einen wenig bekannten, aber wesentlichen Erzählstrang zu bereichern.

Im Rahmen der Tagung finden drei öffentliche Veranstaltungen statt:

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Kontaktadresse: jiddisch(at)hhu.de

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Die Tagung, die Ausstellung und das Konzert wurden ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von:

Jiddisches Europa
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